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Airbagsensor erkennt Unfall am Geräusch


Auslösung doppelt so schnell wie mit bisherigen Systemen

München, 23.6.2006 - Siemens VDO hat einen neuen Airbagsensor entwickelt, der auf Geräusche reagiert und die Airbags nahezu doppelt so schnell auslösen kann, als dies mit bisher eingesetzten Systemen möglich ist. Der Crash Impact Sound Sensor (CISS) erkennt Körperschallwellen, die bei Verformung der Karosserie entstehen. Anhand von definierten Charakteristika werden Unfallstärke und Notwendigkeit der Aktivierung des Airbags ermittelt. "Für den Sensor sind bestimmte Frequenzen und mit menschlichen Ohren nicht hörbare Geräusche Ausschlag gebend, die typischerweise dann auftreten, wenn sich Metall verbiegt", erklärt Enno Pflug, Sprecher von Siemens VDO.


Siemens VDO Airbagsensor

Bisher kommen in Automobilen verschiedene Sensoren zur Unfallerkennung zum Einsatz. Während Sensoren in der Stoßstange bei einem Unfall eine Deformierung erkennen, messen Drucksensoren in der B-Säule des Autos, die Boden und Dach in der Mitte der Fahrgastzelle verbindet, die Intensität eines Seitenaufpralls. Zusätzlich ermitteln Beschleunigungssensoren anhand der Bremskraft und der daraus resultierenden Vibration im Fahrzeug die Stärke des Crashs. Dabei nimmt der Sensor akustische Schwingungen bis zu 400 Hertz wahr. Während die bisherige Sensorik so vom Aufprall bis zur Airbagaktivierung 30 Millisekunden braucht, benötigt CISS je nach Unfallart nur die halbe Zeit.

Der neue VDO-Sensor verarbeitet neben den Vibrationen im unteren Bereich zusätzlich Frequenzen bis zu 16 Kilohertz. Dadurch registriert er nicht nur unhörbare Schwingungen, die sich zudem auch schneller ausbreiten als tiefe Vibrationen, sondern nutzt dabei auch die Eigenschaften einer plastischen Verformung. Wenn sich Metall verbiegt, entsteht aufgrund einer Verschiebung in der Atomstruktur ein so genannter Körperschall, der sich je nach Verformungsstärke und -geschwindigkeit unterscheidet. In nur 15 Millisekunden registiriert der Sensor die Unfallstärke, ermittelt mit Hilfe der Informationen aus den erfassten Beschleunigungssignalen das genaue Bild vom Unfallhergang und aktiviert die Airbags und den Gurtstraffer.

Die Serienreife erreicht die neue Entwicklung 2007, so Pflug. Dann soll auch der erste Wagen mit dem System ausgestattet sein. Um welches Auto es sich dabei handelt, wollte Pflug nicht verraten. Er geht davon aus, dass in den kommenden Jahren kontinuierlich mehr Automobile mit dem akustischen Sensor ausgestattet werden. Preislich werde sich gegenüber aktuell verwendeten Lösungen nichts ändern. "Der Fahrzeugkäufer wird davon nichts merken", meint Pflug abschließend gegenüber pressetext.




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