Klausenrennen: Auto Union Wanderer startet für Typ C
Schinznach-Bad, 14.9.2006 - Rennwagen sind Hightechprodukte – Das galt in den Dreissigern, genau
so wie heute. Und die Auto Union Rennwagen aus den Dreissigern waren und sind auch heute noch absolute,
filigrane Hightech-Produkte. Wegen eines technischen Problems wird der Auto Union Typ C am 23. und 24.
September leider nicht am Klausenrennen starten können. An seiner Stelle startet ein "Wanderer Stromlinie
Spezial Sportwagen" der Auto Union mit Le Mans 06-Sieger Marco Werner zur 22 km langen Passfahrt. Der
Auto Union Typ C wird für die Fans in Linthal ausgestellt.
1939 gewann die Auto Union die Mannschaftswertung der Fernfahrt Lüttich – Rom – Lüttich mit dem Wanderer
Stromlinie Spezial Sportwagen - mehr als 65 Jahre sind seitdem vergangen.
Die Fernfahrt Lüttich-Rom-Lüttich galt schon kurz nach ihrer Entstehung 1931 als die schwerste internationale
„Ohnehalt-Langstrecken-Zuverlässigkeitsfahrt“. Auf dem auch als „Königin unter den Rallyes“ gerühmten Wettbewerb durfte
nur zum Tanken gehalten werden. Die Fahrerteams, die auf den damaligen Strassen mindestens 50 Kilometer pro Stunde
zurücklegen mussten, sassen bei ihrem Dauerritt über Ardennen, Alpen, Apennin und zurück mehr als 100 Stunden ohne
Unterbrechung am Steuer. 1939 kamen alle drei gestarteten Wanderer Stromlinie Spezial Fahrzeuge der Auto Union AG ins
Ziel: Die Fahrerkombinationen Momberger/Weidauer und Müller/Menz belegten punktgleich Platz vier und
Trägner/Fritzsching Platz zwölf. Die Auto Union gewann damit die für Werksteams wichtigste Auszeichnung – den „Coupe des
Constructeurs“, die Markenwertung. 1938 hatte man Pech: In Führung liegend, mussten Krämer/Münzert 30 Kilometer vor
dem Ziel wegen eines Bagatelle-Schadens an der Nockenwelle aufgeben.
Der Wanderer Stromlinie Spezial Sportwagen ist 4,35 Meter lang, 1,65 Meter breit und 1,28 Meter hoch. Der 900 Kilogramm
leichte Aluminium-Roadster erreicht bei 70 PS (4800 U/min) eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Der
Sechszylindermotor mit Dreivergaseranlage und zwei Litern Hubraum geht auf Ferdinand Porsche zurück, der Anfang der
1930er Jahre eine neue Motorengeneration für die Marke Wanderer konstruierte.
Die Originalfahrzeuge sind längst verschollen. Bei dem am Klausen fahrenden Prachtstück handelt es sich um einen
Originalnachbau, der seit Herbst 2003 im Besitz der Audi Tradition ist.
Der in der Schweiz wohnhafte Marco Werner wird den Wanderer Stromlinie Spezial Sportwagen am Klausen an Stelle des
Auto Union Typ C pilotieren. Marco Werner hat im Juni dieses Jahres zusammen mit Frank Biela und Emanuele Pirro im
neuen Audi R10 TDI das 24 Stundenrennen von Le Mans gewonnen.
Ganz verzichten müssen die Motorsportfans nicht auf den Auto Union anlässlich des Klausenrennens. Im Bereich des Startes
in Linthal wird der Hightech-Rennwagen aus den Dreissigern für das interessierte Publikum ausgestellt.