München, 01.02.2007 -
Restöl im Erdgas hat in letzter Zeit immer wieder
Fahrzeuge mit Erdgasantrieb zum Stehen gebracht. Das Problem könnte
der Vergangenheit angehören: Opel hat eine Lösung, andere Firmen
arbeiten noch daran. Die Zeitschrift FAHRSCHULE berichtet über
Ergebnisse und Hintergründe.
Eigentlich sollten sie den Weg in die Zukunft weisen - die
Teilnehmer des Pilotprojekts "Tausend Umwelt-Taxis für Berlin". Sie
kauften sich nach 2000 ein Fahrzeug mit Gasantrieb - und blieben
immer wieder liegen. Der Grund: Öl im Gastank.
Die Ursache des Problems war bald gefunden: Die Taxler tankten
vornehmlich an einigen wenigen Gastankstellen. Dort mussten die
Kompressoren das Gas aus dem Netz fast im Dauerlauf verdichten. So
kamen Ölrückstände ins Ergas, die empfindlichen Einspritzdüsen vieler
Erdgasautos verklebten und provozierten Ausfälle.
Betroffen von den Problemen waren nach Informationen aus dem
Berliner Taxigewerbe vor allem Opel, Volvo und Mercedes-Benz. Doch
nur die Rüsselsheimer haben sich bisher offen um das Thema gekümmert
- und eine Lösung präsentiert: Der Zafira 1.6 CNG der zweiten
Generation verfügt im Niederdruckteil über einen Ölabscheider, der
das Problem eliminieren soll. Fahrzeuge der ersten Generation dieses
Typs sollen kostenlos nachgerüstet werden.
Andere Fahrzeughersteller arbeiten noch an Lösungen des nicht auf
Berlin beschränkten Problems: Die Ingenieure von Mercedes-Benz wollen
ihren Ansatz im zweiten Quartal 2007 präsentieren, VW weiss bei seinen
Fahrzeugen von keinen Problemen, auch bei Ford und Fiat hält man sich
nicht für betroffen.
Ein viel grösseres Problem sieht ein Hersteller, der nicht genannt
werden möchte, in der sinkenden Qualität des als Kraftstoff noch
nicht genormten Erdgases. Teilweise habe es nur noch wenig mit den
vorgeschriebenen Referenzgasen zu tun, mit denen Fahrzeuge
abgestimmt werden müssen. Eine Norm soll noch in diesem Jahr Abhilfe
schaffen.